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| Print-Ausgabe: Pocking Aktuell Februar 2012

Landkreis knüpft Netzwerk für junge Eltern

Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi) – Netzwerk Frühe Kindheit arbeitet seit zwei Jahren

Deutschland steht vor einem Generationengau. Kinder zu bekommen und großzuziehen ist hier verbunden mit Armutsrisiko, Karrierenachteil und der Häme der Spaß- Gesellschaft. Hat früher ein stabiles persönliches Umfeld gerade junge Familien mitgetragen, führt die heute geforderte berufliche Flexibilität zu Wochenend-Familien, sozialer Entwurzelung, ja nicht selten zur Isolation. Nicht eben wenige Familien scheitern an der am Individual-Nutzen orientierten Gesellschaft. Zunehmende Zahlen bei Alleinerziehenden, Kinderarmut und Geburtenrückgang trotz staatlicher Förderprogramme sind die Folge. 

Kinderschutz hat in Bayern Priorität 

Da vor allem Kinder und Jugendliche unter dieser Situation zu leiden haben, ist und bleibt die Verbesserung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen für den bayerischen Staat eine Daueraufgabe von höchster Priorität. Dabei setzten die staatlichen Stellen besonders auf den engen Schulterschluss aller Akteure, die beruflich oder ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Als oberstes Ziel wurde dazu ausgegeben, Eltern in ihren Erziehungskompetenzen zu stärken, Ressourcen von Familien zur bestmöglichen Förderung der Kinder nachhaltig zu aktivieren, Anzeichen von Überforderungssituationen früh zu erkennen und Eltern in diesen Situationen gezielt zu unterstützen. 

Netzwerk mit Gemeinden, Pfarreien und Ärzten 

Um diese staatlichen Ziele im Landkreis Passau umzusetzen, wurde vor gut zwei Jahren die Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi) – Netzwerk Frühe Kindheit im Landkreis Passau gegründet. In dieser Zeit ist es gelungen, im Landkreis ein Netzwerk besonders mit den Gemeinden aufzubauen. Um diese Zusammenarbeit zu festigen, haben sich die drei Mitarbeiterinnen der KoKi Passau-Land bei allen Bürgermeistern vorgestellt. Dabei wurden verschiedene Möglichkeiten der Kooperation erarbeitet, wie beispielsweise die Vorstellung in den Gemeindeblättern oder die Zugabe der KoKi- Flyer zu den Willkommens-Geschenken für Neugeborene. Im Laufe des Jahres wird sich die KoKi mit weiteren Anlaufstellen im Landkreis, wie Kinder- und Allgemeinärzten, Gynäkologen, Kindergärten- und Krippen, Pfarreien etc. in Verbindung setzen, um so das Angebot noch bekannter zu machen. 

Martin Semmler 

Diese kostenlose Hilfe bietet KoKi den Eltern: 

Das Netzwerk Frühe Kindheit bietet Beratung, Unterstützung und Hilfe für Schwangere, Alleinerziehende und Eltern mit Kindern von 0 bis 3 Jahren an. 

Die Mitarbeiterinnen sind kompetente Ansprechpartner für alle Fragen zu Elternschaft, Familie und Erziehung. Sie wollen Vermittler und Lotsen sein, damit Eltern bei Behörden, Beratungsstellen, medizinischen Fachstellen, Elternbildungsangeboten und Betreuungsmöglichkeiten den Überblick behalten und schnell die passenden Angebote finden. 

Hierbei kann KoKi Sie unterstützen: 

• Unsicherheit in der Versorgung und Betreuung Ihres Kindes 

• Erschöpfung im Umgang mit Ihrem Kind 

• Entwicklungsschwierigkeiten bei Ihrem Kind 

• Fehlende Unterstützung durch Ihr soziales Umfeld 

• Krankheit oder psychischer Belastung 

• Beziehungsproblemen 

• junge Eltern 

• Geldsorgen 

Die Beratung erfolgt telefonisch oder im Haushalt der Familien und ist freiwillig sowie kostenlos. Seit Oktober 2011 bieten die Mitarbeiter der KoKis aus Stadt und Landkreis Passau zweimal wöchentlich eine Sprechstunde für frisch gebackene Eltern im Klinikum Passau an. 

Nähere Informationen zu den KoKis sowie Infomaterial für die eigene Einrichtung gibt es für den Landkreis Passau unter 0851/397-582 und -525. 

LRA