Einfache Regeln für gelungene Verabredungen
Persönlichkeits-Coach Beate Neun über das stilvolle Verhalten als Gast
Was macht der Bierdeckel auf dem Barhocker? Er wartet, bis Herrchen wiederkommt. Wäre es für den Barhocker nicht amüsanter, wenn es sich währenddessen ein Frauchen darauf gemütlich macht und die Bar belebt ... ?!
Abzappeln in einer der bekanntesten Location – ein Erlebnis. Menschen rempeln, schupsen und drehen dann den Rücken zu. Einige Ladies sind so damit beschäftigt andere zu mustern, dass sie nicht mitkriegen, der Herr gegenüber flirtet vergeblich. Na und ich gehe dort hin um abzulästern. Natürlich nicht, aber wenn es mich betrifft, sage ich schon mal heiter: „Oh, Entschuldigung, dass Sie mich so nett weggeschupst haben!“ Die Reaktion – starr, empört bis lachend – ich hatte einen amüsanten Abend und geniale Tänzer.
Bei Verabredungen ist Aufmerksamkeit Trumpf
Wenn ich einen Platz aussuche, lächle, grüße oder frage ich, ob ich mich dazugesellen darf. Im chicen Restaurant warte ich, bis man mich auffordert, mir einen Tisch zu wählen, oder mir einen zuweist. Bin ich in männlicher Begleitung (egal welcher Anlass), gefällt es mir, wenn ER das Restaurant kurz vor mir betritt, mir die Türe aufhält und sich um Tisch und Garderobe kümmert. Wie aufmerksam, ER fragt, auf welchen Stuhl ich sitzen möchte. (Frauen, Älteren, Chefs, Eingeladenen oder Jubilaren gebührt der schönere Platz, außer es wird anders gewünscht.) Bin ich im Lokal verabredet, finde ich es toll, wenn ER schon da ist. Für einer Verspätung habe ich Verständnis, wenn ich es rechtzeitig weiß. Fast jeder hat ein Handy, aber beim Essen bleibt es ruhig und dem Tisch fern.
Wie schön, ich bin eingeladen und darf genießen. ER empfiehlt mir Kulinarisches, probiert den Wein und geht auf meine Wünsche ein. Ich suche etwas aus, was ich durchaus selbst bestellen (bezahlen) würde. Falls ich keinen Alkohol möchte, sage ich es. Das gilt ebenso für Speisen, die mir nicht schmecken, auch wenn andere sie für Köstlichkeiten halten. ER verlangt keine Rechtfertigung, sondern macht schon mal ein Kompliment. ER möchte, dass es mir gut geht.
Bei Einladungen nach Haus ist auch der Gast gefordert
Bei privaten Einladungen ist es geschickt, sich über genüssliche Vorlieben zu informieren. Das Gastgeschenk passt zum Anlass. Blumen können durch Fleurop oder persönlich überbracht werden (Folie ja, Papier nein). Der Mann übergibt sie der Gastgeberin. Singles und homogene Paare reagieren entsprechend. Ich bedanke mich für die Einladung immer beim persönlichen Begrüßen, für den zauberhaften Abend beim Verabschieden und am Folgetag per Anruf (E-Mail auch okay).
Bei größeren Anlässen schicke ich nach spätestens fünf Tagen eine Karte oder einen kurzen handgeschriebenen Brief. Habe ich das Gefühl, mein Geschenk war für dieses pompöse Fest zu mickrig, schicke ich noch eine passende Überraschung mit. Werden zu einer Einladung Geldwünsche angekündigt, tummle ich mich auf dem Spielfeld der Ideen.
Das kulinarische Schlachtfeld – und wie wann wo wer zahlt – im nächsten Heft.
Ihre Beate 9
Beate Neun: Moderatorin, Referentin, Entertainerin
Schwerpunkte: Auftreten, Kommunikation, Stimme und Präsenz
Bereiche: Dienstleistung, Hotellerie, Industrie und Gesundheitswesen Menschen aus Medien, Mode, Politik, Wirtschaft und Kultur vertrauen ihren Beratungen. Bei Impulsvorträgen begeistert sie ihr Publikum durch Lebensfreude, Authentizität und Herzlichkeit.
Stationen: München, New York, Hamburg – „back to the roots“ – Pocking
www.beate-neun.de
